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Hartz IV belastet Psyche

Eine Studie über Hartz-IV-Empfänger hat ergeben das Arbeitslose besonders psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen aufweisen. Verwunderlich oder bereits geahnt?

Nun, das auf Dauer eine beschäftigungsfreie Zeit nicht gut enden kann, lässt sich denken. Verschlechtert wurde die Situation mit der neuen Hartz-IV-Gesetzgebung, die zusätzlich viele erwerbslose Bundesbürger und deren Familien unter Druck setzt. Innerhalb kürzester Zeit droht der Abstieg in die Armut. Und sich dann in der “neuen” Ausgangslage zurecht zufinden, ist nicht nur schwierig sondern auch körperlich sehr belastend. Indessen melden sich immer mehr ALG-I-Empfänger krank. Durchschnittlich beträgt die Quote der Fehltage 22,5 Tage. Ein Anstieg von 28 Prozent seit 2006. Besonders häufig lagen die Krankschreibungen im Bereich der Psyche und in der Verhaltensstörung. Das bedeutet sogar eine Zunahme um 44 Prozent, wie die TK Krankenkasse belegt.

Ausweglosigkeit Hartz-IV

Eine entscheidene Rolle bei der Ausweglosigkeit von Hartz-IV ist die Angst vor der Armut und der soziale Abstieg, da sind sich Wohlfahrtsverbände und Kritiker einig. Wer einmal betroffen ist, hat bedauerlicherweise die “Fahrkarte” in die Schuldenfalle gezogen. Mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln lässt sich kaum ein Mittelstandsgerechtes Leben führen und drängt Bezieher Schritt für Schritt an den Rand der Gesellschaft.

Dass die Arbeitslosigkeit nicht nur den Arbeitsuchenden betrifft, sondern auch die ggf. vorhandene Familie bzw. die Angehörigen, ist nicht wegzudiskutieren. Um den Kindern von Betroffenen frühzeitig die Chance zu geben später einmal nicht da zu landen, wo die Eltern stehen, müsste es viel mehr Angebote an Förderung und Betreuung dieser Kinder geben. Mittlerweile leben in Deutschland 6,7 Millionen Menschen von Hartz-IV.

Krankenschein bei Erwerbstätigen selten

Während es rund eine halbe Millionen Erwerbslose gibt die gesundheitliche Beschwerden haben, ist die Zahl von Beschäftigten mit befristeten Arbeitsverträgen nicht gering, die zu psychischen Erkrankungen tendieren aufgrund von mehr als fünf Arbeitstagen in der Woche oder langen Arbeitswegen. Ein weiterer Beweis dafür, dass nicht nur Erwerbslosigkeit, sondern auch die Angst um den Arbeitsplatz krank macht. So haben sich im letzten Jahr (Januar bis November) 1,7 Millionen Arbeitslose krank gemeldet. Das 13 Prozent mehr entspricht als bei den Erwerbstätigen.

Quelle: 1a-krankenversicherung

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