Meister-Bafög Zahlen steigen

25. Juni 2009 von Bafoeg Berater  
Kategorie Bafög Infos

Die Zahl derjenigen, die Meister-Bafög beziehen, ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen:
4 ½ Prozent, insgesamt 140.000 Personen, bezogen das Meister-Bafög im Jahr 2008.

Der Anteil der weiblichen Bafög-Bezieher blieb allerdings unter den durchschnittlichen Steigerungsergebnissen.
Bundesausbildungsministerin Schavan (CDU) hofft, dass durch die Neuregelungen des Meister-Bafögs, die jetzt ab dem 1. Juli 2009 in Kraft treten, noch mehr Menschen die Förderungsart beantragen. Das hofft sie jetzt nicht, weil die Bundesregierung so gerne Fördergelder abgibt, sondern weil offenbar endlich eingesehen wurde, dass es in Deutschland einen deutlichen Mangel an qualifiziertem Fachpersonal gibt.

Die Änderungen am 1. Juli dürften besonders alle Erzieherinnen und Altenpfleger freuen: diese Berufsgruppen sind erstmals förderbar mit Meister-Bafög.
Auch Existenzgründer und Familien mit Kindern werden zukünftig Verbesserungen erwarten dürfen, ebenso wie alle, die Ihre Ausbildung, Fortbildung oder Meisterprüfung erfolgreich bestanden haben.
„Die Wirtschaft sieht ein riesiges ungenutztes Potential für das Meister-Bafög (offiziell Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz). Denn jährlich schließen zwar rund 480 000 Menschen eine Berufsausbildung ab, aber nur 97 000 bilden sich erfolgreich zum Meister, Fachwirt oder -kaufmann weiter. 2008 wurden insgesamt rund 382 Mio. Euro bewilligt, sieben Prozent mehr als 2007. Von den Förderleistungen entfielen rund 267 Mio. Euro auf Darlehen und 114 Mio. Euro auf Zuschüsse.“ (Handelsblatt, 25.06.09)

Welche Verbesserungen die Meister-Bafög Novelle im Einzelnen mit sich bringt, kann auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Detail nachgelesen werden.

Mehr Bafög – schnelleres Studium

18. Juni 2009 von Bafoeg Berater  
Kategorie Bafög Infos

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ergab, dass Studenten, die den Bafög-Höchstsatz von 643 Euro erhalten, in der Regel schneller und erfolgreicher ihr Studium abschließen als beispielsweise Studenten, die nur den Bafög-Durchschnittssatz von 375 Euro oder weniger monatlich erhalten.

Eigentlich logisch: ein Student, der den Bafög-Höchstsatz bekommt, steht unter größerem Druck sein Studium fertig zu bekommen. Und zwar, wenn es geht, in der Regelstudienzeit, da nur während der Regelstudienzeit das Bafög gezahlt wird. Jemand, der von seinen Eltern beispielsweise gefördert wird, hat diesen Druck in der Regel nicht. Zumal oftmals ja familiäre Finanzhilfen nicht zurückgezahlt werden müssen wie das Bafög (bei dem muss die Hälfte wiedererstattet werden). Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bafög Höchstsatz-Empfänger sein Studium innerhalb von 16 Semestern schafft, liegt bei 86%, wohingegen die Wahrscheinlichkeit bei familiär finanzierten Studenten nur bei gut der Hälfte (45%) liegt.
Ein Vergleich zwischen Nicht-Bafög Empfängern und BAföG-Empfängern mit lediglich einer durchschnittlichen Bafög-Unterstützung von monatlich 375 Euro oder weniger, zeigt zusätzlich: Studenten mit einem lediglich durchschnittlichen Bafögsatz brechen ihr Studium häufiger ab (42%) als Studenten, die gar nicht Bafög-berechtigt sind (36%).
Ein Nebenjob hat laut der Studie keinen Einfluss auf den Erfolg eines Studiums. Zumindest solange dadurch keine Lern- und Studierzeit eingeschränkt wird. Jede zusätzliche Lern-Stunde fürs Studium erhöhe die Abschluss-Wahrscheinlichkeit um 0,3 Prozent pro Semester.

Quelle: tagesspiegel

Forderung nach mehr Bafög

4. Juni 2009 von Bafoeg Berater  
Kategorie Bafög Infos

Chancengleichheit für alle. Das fordert einmal mehr das Deutsche Studentenwerk!

Wenn es um die Förderung der Studenten an Universitäten und Fachhochschulen im Land geht, dann springt das Deutsche Studentenwerk ein. Darunter fallen wesentliche Vorschläge zur Verbesserung der Lage an Unis, die den Parteien im Vorfeld der bevorstehenden Bundestagswahlen vom Bundesverband der Studentenwerke vorgelegt werden. Einer der unerlässlichen Vorschläge  vom Präsidenten des DSW ist eine Korrektur der derzeitigen Sätze der Bafög Leistungen. In der derzeitigen Wirtschaftslage müsste auch im Bereich Bildung langsam eine Wirkung gezeigt werden. Die meiste Kritik der Studentenvertretung zielt aber immer noch auf die Ausbildungsförderung Bafög ab. Statistiken belegen, dass die  Leistungen von Bafög immer noch zu niedrig sind. Sonst wäre der Anteil der Studenten, die aus einem nicht akademischen Haushalt kommen, nicht so gering. Also hängt Bildung wohl doch noch von der Herkunft ab, was meiner Meinung nicht sein darf. Mit diesem Ergebnis belegt Deutschland im internationalen Ranking traurigerweise einen Spitzenplatz.

Um diesem “Spitzenplatz” zu entfliehen, gibt es nur eine Lösung: die Abschaffung der Studiengebühren!

Studiengebühren-Abzocke an der Hochschule Niederrhein

5. Mai 2009 von Bafoeg Berater  
Kategorie Bafög Infos

studienabzockeEs hört einfach nicht auf, die Debatte über die Studiengebühren. In immer mehr Fällen werden nun berechtigte Zweifel über die Verwendung der Studiengebühren laut.

Neuster Fall: Die Hochschule Niederrhein in Krefeld und Mönchengladbach. Studentenvertreter wurden nach einer etwas konfusen Einnahmen-Ausgaben Aufstellung ihrer Uni im Herbst 2008 misstrauisch und rechneten mal nach. Das Ergebnis: Die Hochschule hatte seit Einführung der Studiengebühren im Wintersemester 2006/2007 jedes Jahr einen Überschuss von mehreren Millionen die nicht ausgegeben wurden sondern mit ins nächste Jahr übertragen wurden. Und so nahm die FH bei der Jahreswende 2007/2008 gut 3 Millionen Überschuss mit hinüber und zur Jahreswende 2008/2009 waren es dann schon 6 Millionen.

Es war zwar Geld ausgegeben worden, ja: „Sprachkurse und psychosoziale Beratung wurden geschaffen, für die Studenten Tutorien und Zeitmitarbeiter eingekauft, die Bibliothek erhielt mehr Geld, und man schaffte technische Ausrüstung für Hörsäle und Labore an.”
Dennoch bleiben jedes Jahr Unsummen an Studiengebühren liegen und wurden nicht für die „Verbesserung der Lehre und der Studienbedingungen” ausgegeben, wie es das Nordrhein-Westfälische Studienbeitragsgesetz vorschreibt.

Wo sind also all die hart und mühsam abgesparten oder verdienten Studiengebühren geblieben, fragte sich der AStA der Hochschule Niederrhein und hakte vehement beim Rektor der FH nach. Das Geld werde “mittelfristig bis 2015 in Personal investiert, genauer in 15 Professorenstellen und ebenso viele Mitarbeiterstellen”, erwiderte der Rektor. Was die Studentenschaft noch mehr erzürnte, da es jetzigen Studenten genau gar nichts bringt, wenn im Jahr 2015 mehr Professoren lehren. Zudem ist es eigentlich Landesaufgabe, das Schaffen und Bezahlen der Professorenstellen. Nur machen das immer weniger Bundesländer.
So dass sich etliche Hochschulen mit der schwierigen Lage konfrontiert sehen, entweder sie zahlen das aus den eigenen Mitteln bzw. den Geldtöpfen, die voll sind. Und das sind im Falle der FH Niederrhein nun mal die Studiengebühren-Töpfe. Bitter, aber wahr.

Ein Antrag der Studentenschaft auf unmittelbare Kürzung der Studiengebühren wurde im Senat der FH niedergeschmettert. Die Studentenvertreter sind sauer, verbittert. Robert Kramer, Mitglied des AStA, ebenfalls: Aus seiner Sicht demütigt das Rektorat die Studenten und wählt “den ganz bequemen Weg”. “Die sollen ihre Hausaufgaben machen und die Millionen sinnvoll einsetzen oder uns zurückgeben, denn wir brauchen es dringender”, fordert er.

Die Entwicklung setzt sich in anderen Bundesländern, an anderen Unis, fort: es ist zu befürchten, dass die Studentengelder nach und nach die normale Finanzierung der Unis übernehmen. Und der Staat freut sich, weil er mehr einsparen kann.

Meine Güte, da nimmt man als Student schon einen Kredit auf, zusätzlich zum Bafög, geht nebenbei jobben, damit man sich die Studiengebühren und alles weitere „leisten” kann, und dann geben die Unis die Gelder noch nicht einmal für das Vereinbarte aus!
Armes Deutschland.
Quelle: spiegel.de
Bild: © by Ernst Rose / Pixelio

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