Die Nationale Bologna-Konferenz

17. Mai 2010 von Bafoeg Berater  
Kategorie Bafög Infos

Der Tag der nächsten Bologna-Konferenz rückt näher. Am heutigen Montag, 17. Mai beginnt um 9.30 Uhr die nationale Konferenz im dbb forum in Berlin. Zu dem sind 23 Hochschule geladen, die ihre beispielhafte Umsetzung der Bologna-Reform präsentieren. Des Weiteren ist ein Rückblick auf die vergangenen Monate sowie die Planung der nächsten Schritte Gegenstand der Sitzung. Die geladene Gäste sind Vertreterinnen und Vertreter der parteipolitischen und konfessionellen Hochschulgruppen, Bildungsstreik-Aktive, der Kultusministerkonferenz sowie Wirtschaftslobbyisten. Eine Livestream zur Nationalen Bologna-Konferenz wird es auf der BMBF Website geben.

Ziele der Bologna-Reform

  • Förderung der Mobilität (Hochschulangehöriger)
  • Kooperation bei vergleichbaren Strukturen und der Qualitätssicherung in der Lehre
  • Stärkung einer europäischen Dimension der Hochschulbildung
  • Einführung gestufter Studiengänge (Bachelor, Master und Promotion)
  • Einführung Kreditpunktesystem ECTS
  • Vereinfachung der Anerkennung bei bspw. Verwendung des Diploma Supplements

Insgesamt nehmen mittlerweile 47 Staaten aus Europa am Bologna-Prozess teil. Alle Staaten, die die Europäische Kulturkonvention des Europarats unterzeichnet haben, verpflichten sich dazu in ihrem Land das Zusammenwachsen der Hochschulbildung in Europa zu unterstützen und die geforderten Ziele der Reform an ihren Hochschulen zu verfolgen und umzusetzen.

In Deutschland gab es in den letzten Monaten an den Hochschulen intensive Debatten über die Bologna-Reform. Verbesserungsvorschläge wurden erarbeitet und auf den Weg gebracht. Aber auch Bund und Länder sowie die Hochschulrektorenkonferenz haben Initiative ergriffen bei der Unterstützung im Bologna-Prozess.

Jedoch aus der Sicht der Studenten läuft alles weniger gut und rund. Nicht nur das die Bologna-Reform verschärft Nicht-Akademiker Kinder benachteiligt, sondern die Studenten sind der Meinung, dass bei der heutigen Konferenz die eigentlichen Ziele und Forderungen übergangen werden. Anstatt den Zugang zum Master zu vereinfachen, werde viel mehr mit Vertretern der Wirtschaft über bessere Arbeitschancen für Bachelorabsolventen diskutiert. Dabei sollte vorrangig über den freien Zugang zum Master für alle diskutiert werden und der Ablehnung des Regelabschlusses des Bachelors.
Daher wollen die Studenten ab 14 Uhr nach der Konferenz einen Gegengipfel starten. Das letzte Wort ist hier noch lange nicht gesprochen und wird vermutlich noch mehr Zündstoff geben für den am 9. Juni geplanten bundesweiten Bildungsstreik.

Bildungsstreik bewirkt neuen Gesetzentwurf für BAföG

18. November 2009 von Bafoeg Berater  
Kategorie Bafög Infos

Der Bildungsstreik der Studenten scheint nun endlich Wirkung zu zeigen. Annette Schavan (CDU) hat angekündigt die Leistungen nach dem Bafög zu erhöhen, was seitens der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sehr begrüßt wurde.

Sie habe sich einstehen müssen, dass der Protest der Studenten und Schüler schon Eindruck auf sie gemacht hat. Andreas Keller, GEW-Vorstandsmitglied fordert von Frau Schavan endlich einen Gesetzesentwurf zur Verbesserung des Bafögs vorzulegen.
Mit der Besserung müssten höhere Bedarfssätze, höhere Freibeträge und die Abschaffung der Altersgrenze (30 Jahre) einhergehen. Die Bedarfssätze müssten gerecht zu den Lebenshaltungskosten gewählt werden und die Freibetragserhöhung sollte dazu dienen, dass noch mehr Studenten als vorher gefördert werden. Die Aufhebung der Altersgrenze diene dazu Absolventinnen und Absolventen eine problemlose Fortsetzung ihres Studiums vom Bachelor-Studiengang zum Masterstudium zu ermöglich, trotz Unterbrechung. Zudem sollte angedacht werden die Bafög-Förderstrukturen in Richtung eines elternunabhängigen und zuschussbasierten Studienhonorars zu entwickeln.
Ferner fordert Andreas Keller eine Renaissance des Bafögs für SchülerInnen, die zu weiterführenden allgemeinbildenden Schulen gehen (ab Klasse 10, was der Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen entspricht). Aktuell liegt die Zahl der Nichtakademikerkindern an Hochschulen noch unter 50 bezogen auf 100 Oberstufler. Um der Chancengleichheit bei der Studierquote nachhaltig gerecht zu werden, muss eine Neuerung des Schüler-Bafögs in Erwägung ziehen.

Quelle: bildungsklick

Bildungsstreik am 17. November

11. November 2009 von Bafoeg Berater  
Kategorie Bafög Infos

Erneut gehen Studenten auf die Barrikaden um bessere Lernbedingungen einzufordern. Schon am kommenden Dienstag, 17. November, sollen bundesweite Demonstrationen durchgeführt werden. Die Österreicher hatte es den Deutschen vorgemacht und besetzten Hörsäle.

Im Kampf um die Bedingungen erhalten die Studenten Unterstützung von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Ferner erhalten die Studenten Beistand von der Partei DIE LINKE, die all ihre Kräfte mobilisieren, um bessere und gebührenfreie Bildung zu erzielen. Aufgrund der dezentralen Protestorganisation gibt es auch keinen gemeinsamen Forderungskatalog. Es spielen aber fünf wesentliche Themen eine überaus wichtige Rolle:

Mehr Freiheit im Studium

Das ist auch ein Kritrium, warum die Studenten auf die Straße gehen. Aktuell ist die Beschränkung der Kombination von Fächern und Seminaren sehr stark. Unter den Demonstraten sind viele Ältere, die den Studiengang des Bachelors nicht aus eigenem Erleben kennen, weil derzeit nur sechs vorgesehen sind. Gefordert werden beim Bachelor-Studiengang acht Semester, was nur durch Rektoren und den Kultusminister erhöht werden kann.

Verbesserung der Lehre und Erhöhung des Geldes

In der Demo geht es den Studenten auch um ein besseres Verhältnis von Professoren und Dozenten die auf Anzahl der Studenten pro Studiengang. Mehr Geld für die Hochschulen verlangt der Wissenschaftsrat, sowie die GEW die 40 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich verlangt. Ein Großteil soll aber davon in Kindergärten und Ganztagsschulen fließen.

Bafög Erhöhung und Abschaffung der Studiengebühren

Die Forderung nach mehr Bafög ist höher denn je. Denn die Förderung und Ausweitung der Stipendien bevorzugt die ohne hin schon Priveligierten. Was nicht gleichberechtigend ist. Ferner kämpfen die Studierenden für ein kostenfreies Studium, sowie es im Saarland schon angekündigt wurde von der “Jamaika-Koalition”.

Studium soll zugangsfrei werden

Rund die Hälfte der in Deutschland angebotenen Studiengänge unterliegt einer Zulassungsbeschränkung, dem sogenannten Numerus clausus. Zudem sind derzeit viele Studenten verwirrt wegen der neuen Hürden beim Wechsel von einem abgeschlossenen Bachelor zu einem weiterführenden Master Studium. Langfristig darf es diese zusätzlichen Barrieren nicht geben. Außerdem ist weiterhin unklar wie viele Master-Studienplätze zukünftig gebraucht werden.

Hochschulen für mehr Demokratie

Mit den Protesten wenden sich die Studenten auch gegen die sogenannten “Elite-Unis” bzw. gegen die “Ökonomisierung” der Bildung. Vielerorts entscheiden derzeit Vertreter der Wirtschaft über die Strategie und die Leitung einer Uni mit. Um diesen Umstand der Hochschulräte abzumildern greifen die Studenten an. Es ist unter den Professoren auch bekannten, dass die Räte die MAcht traditioneller Selbstverwaltungsgremien schwächen, nicht zu letzt die des Akademischen Senats. Die Freiheit gegenüber den Ministerien darf aber auch nicht unter den Tisch gekehrt werden.

Quelle: Süddeutsche