Hartz IV belastet Psyche
1. Juni 2010 von Bafoeg Berater
Kategorie Bafög Infos
Eine Studie über Hartz-IV-Empfänger hat ergeben das Arbeitslose besonders psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen aufweisen. Verwunderlich oder bereits geahnt?
Nun, das auf Dauer eine beschäftigungsfreie Zeit nicht gut enden kann, lässt sich denken. Verschlechtert wurde die Situation mit der neuen Hartz-IV-Gesetzgebung, die zusätzlich viele erwerbslose Bundesbürger und deren Familien unter Druck setzt. Innerhalb kürzester Zeit droht der Abstieg in die Armut. Und sich dann in der “neuen” Ausgangslage zurecht zufinden, ist nicht nur schwierig sondern auch körperlich sehr belastend. Indessen melden sich immer mehr ALG-I-Empfänger krank. Durchschnittlich beträgt die Quote der Fehltage 22,5 Tage. Ein Anstieg von 28 Prozent seit 2006. Besonders häufig lagen die Krankschreibungen im Bereich der Psyche und in der Verhaltensstörung. Das bedeutet sogar eine Zunahme um 44 Prozent, wie die TK Krankenkasse belegt.
Ausweglosigkeit Hartz-IV
Eine entscheidene Rolle bei der Ausweglosigkeit von Hartz-IV ist die Angst vor der Armut und der soziale Abstieg, da sind sich Wohlfahrtsverbände und Kritiker einig. Wer einmal betroffen ist, hat bedauerlicherweise die “Fahrkarte” in die Schuldenfalle gezogen. Mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln lässt sich kaum ein Mittelstandsgerechtes Leben führen und drängt Bezieher Schritt für Schritt an den Rand der Gesellschaft.
Dass die Arbeitslosigkeit nicht nur den Arbeitsuchenden betrifft, sondern auch die ggf. vorhandene Familie bzw. die Angehörigen, ist nicht wegzudiskutieren. Um den Kindern von Betroffenen frühzeitig die Chance zu geben später einmal nicht da zu landen, wo die Eltern stehen, müsste es viel mehr Angebote an Förderung und Betreuung dieser Kinder geben. Mittlerweile leben in Deutschland 6,7 Millionen Menschen von Hartz-IV.
Krankenschein bei Erwerbstätigen selten
Während es rund eine halbe Millionen Erwerbslose gibt die gesundheitliche Beschwerden haben, ist die Zahl von Beschäftigten mit befristeten Arbeitsverträgen nicht gering, die zu psychischen Erkrankungen tendieren aufgrund von mehr als fünf Arbeitstagen in der Woche oder langen Arbeitswegen. Ein weiterer Beweis dafür, dass nicht nur Erwerbslosigkeit, sondern auch die Angst um den Arbeitsplatz krank macht. So haben sich im letzten Jahr (Januar bis November) 1,7 Millionen Arbeitslose krank gemeldet. Das 13 Prozent mehr entspricht als bei den Erwerbstätigen.
Quelle: 1a-krankenversicherung
Gemeinnützige Bürgerarbeit für Hartz IV-Empfänger
31. Mai 2010 von Bafoeg Berater
Kategorie Bafög Infos
Senkung der Arbeitslosenzahlen immernoch ein Ziel der Regierung? Ein Pilotprojekt, dass Hartz-IV-Empfänger künftig stärker zu gemeinnützigen Arbeiten verpflichten soll, der sogenannten Bürgerarbeit, ist bereits in Bayern und Sachsen-Anhalt angelaufen. Mit der Zielverfolgung Hartz-IV-Empfänger den Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern. Die Nachfrage unter den Kommunen ist groß – 170 haben sich bisher beworben. Doch dass der Erfolg dieser Projekte eher rückläufig ist, belegen zahlreiche Statistiken. Es heißt, dass nur etwa zehn Prozent der teilnehmenden Personen auch im Anschluss an das Projekt einen Job bekommen.
Wer sich von den Hartz-IV-Empfängern nicht an der Bürgerarbeit beteiligt, der verabschiedet sich auch komplett aus Hartz IV. Nach Schätzungen sind das zwischen zehn und 20 Prozent, was wiederum das Arbeitsministerium “freuen” wird.
Aktuellen Plänen zur Folge ist die gemeinnützige Bürgerarbeit auf drei Jahre beschränkt, in der die Arbeitslosen 900 Euro brutto verdienen bei einer 30 Stundenwoche. Um das niedrige Einkommen nicht noch stärker zu belasten, muss keine Arbeitslosenverischerung abgeführt werden. Zumindest ist dies so in Planung.
Für rund 33.000 schwer vermittelbare Hartz-IV-Empfänger soll so wieder ein Job gefunden werden. Immerhin kann das Land Sachsen-Anhalt vier Jahre nach start eines solchen Pilotprojekts erste Erfolge verzeichnen. In manchen Orten konnte die Arbeitslosigkeit um bis zu 60 Prozent gesenkt werden, wovon man selber überrascht war.
Konten von Sozialleistungsempfängern werden häufiger überprüft
14. April 2009 von Bafoeg Berater
Kategorie Bafög Infos
Auch Bafög-Empfänger sollten in Zukunft ihre Konten ordentlich führen.
Seit 2007 dürfen Jobcenter sowie Sozial-Ämter, Bafög-Ämter und Wohngeldstellen in begründeten Verdachtsfällen zusammen mit dem Bundeszentralamt für Steuern Kontonummern, Namen und Geburtsdaten eines Leistungsbeziehers abfragen.
Im Jahr 2007 waren es lediglich 300 Abfragen, im Jahr 2008 stieg die Anzahl der Abfragen jedoch sprunghaft auf 2.100 Überprüfungen an.
Neu ist jetzt, dass sämtliche Sozialbehörden, unter anderem eben auch das Bafög-Amt als Leistungsträger, diese Informationen direkt abrufen können. Ohne Mithilfe der Finanzämter.
Auch und gerade Konten von Hartz-IV Empfängern stehen besonders unter Beobachtung, um Missbrauchsfälle aufzudecken.
Quellen:
Focus.de
Sozialleistungen.info
